Loading…
Beschaffenheit

Seit mehreren Jahren kreisen meine Gedanken und Fragen um das Phänomen, dass wir objektiver Umwelt subjektive Eigenschaften zuweisen können. Meiner Beobachtung nach werden wir von Räumen so vereinnahmt, dass sie uns nicht nur erstaunen, erregen, sondern dass sie sogar zu eigenständigen subjekthaften Projektionen werden, die wir wiederholt aufsuchen, um eben dieser Projektion zu begegnen. Ein Treffen mit ihnen geschieht so als würden sie auf uns zukommen. Sie scheinen sich mit uns zu verständigen, so kraftvoll und, in solcher Fülle, dass sie uns als Wesen erscheinen. Dieses Wesenhafte nenne ich die Konsistenz. Konsistenz meint aber auch die Intensität und Eigenständigkeit, mit denen Räume als Symbole wirken. Dadurch kommen Fragen auf: Sie betreffen die Eigenständigkeit räumlicher Umwelt, sowie die Möglichkeit einer Welt außer uns. Wie kann es sein, dass uns Dinge, die wir als wahrgenommene Umwelt in uns aufnehmen, als Subjekte außer uns erscheinen? Worauf beruht ihre Wirkung, ihr Bedeuten?


Dem Begriffsumfang des Auratischen soll der folgende Text gewidmet sein. Damit ist das Anliegen verbunden, den diesbezüglich anhängenden Fragen eine Struktur gegeben. Der vorliegende Versuch ist der Faszination geschuldet, die räumliche Phänomene in Architektur und Kunst ausüben - ihre Kraft zu wirken. Er beruht auf der Hoffnung, dass sich Wahrnehmen und Denken beflügeln.
Consistency

For several years now I have been thinking about a certain phenomenon: We are able to assign the characteristics of a subject to objects of our surrounding. I observed that we get captured by spaces. They are astonishing and exciting. But, moreover, we even project subjectivity on to them. We go to meet this projection again and again. We meet spaces as though they would approach us. They seem to communicate with us in many such powerful ways so that, at last, we regard them as beings. This very state of them I call ‘consistency’. ‘Consistency’ also refers to the intensity and autonomy of spaces by which they act as symbols. So questions arise about the independence of the spaces that surround us and about the existence of an outside world. How can things that we are aware of appear as subjects? What is it their acting and meaning is based upon?


The following text explores the aspects of the ‘aura’ of spaces. It is my intention to structure the problems in question. My attempt is brought about by the fascination that spaces in arts and architecture evoke. With any luck, thinking and perception will stimulate each other.
  • 0
  • 1